Eine tierische Party

Gestern war ich im Kino. Minou habe ich nicht mitgenommen, da im Kino Tiere nun einmal nicht erlaubt sind. Minou hat mir heute erzählt, was sie gestern Abend erlebt hat. Eine nette Geschichte, die ich Euch weitererzählen möchte. 

 

Minou hat mir erzählt, was sie angestellt hat, während ich im Kino war. Und das war so:

 

Minou war bester Laune, als ich mich von ihr verabschiedete, um mit meinen Freunden den neuen Märchenfilm im Kino anzuschauen. Minou hatte eine Einladung von Schlange Cassy und Gecko Leia zu einer Party bekommen, denn Cassy hatte ein Gespräch ihrer Besitzerin mitgehört und erfahren, dass die Menschen an diesem Abend nicht zu Haus sein würden.

 

Minou machte sich auf den Weg zur Party. Sie kam zu dem Haus, in dem Schlange Cassy und Gecko Leia wohnen. Minou ging durch den Vorgarten auf die Haustür zu, als sie ein plötzliches Wiehern erschrak. Von einem Busch halb verdeckt stand Hengst Boris im Vorgarten und passte auf, dass nur geladene Gäste ins Haus kamen. An seinen flinken Hufen kam niemand vorbei. Minou zeigte ihre Einladung vor und durfte eintreten.

 

Minou betrat das Wohnzimmer und nahm mit Freude zur Kenntnis, dass die Gastgeberinnen ein Buffet aufgebaut hatten, wie sie es eigentlich nur von Weihnachten oder Ostern kannte. Schlange Cassy und Gecko Leia hatten sich reichlich in der Vorratskammer der Menschen bedient.

Minous Katzenfreunde Kater Pfaff und Kater Wichtel waren gerade dabei, eine Schüssel mit Äpfeln hereinzutragen. Die waren wahrscheinlich für Hengst Boris. Schlange Cassy schlängelte ein Tablett mit Tiefkühlmäusen herein, gefolgt von Gecko Leia, die einen riesigen Schinken und mindestens 20 Wiener Würstchen trug. Hund Kaiser leckte sich bei diesem Duft mit seiner großen Zunge über seine Schnauze.

 

Minou wartete auf die Eröffnung des Buffets und trat dabei ungeduldig von einer Pfote auf die andere. Sie stellte sich vor, wie traumhaft es wäre, vorab ein klitzekleines Tiefkühlmäuschen zu stibitzen. Da fiel ihr Blick auf einen Strohhut der Hausbesitzerin und Minou dachte an den Spruch „Gelegenheit macht satte Katzen …“ oder so ähnlich.

Minou huschte unter den Hut und bewegte sich, den Hut über sich gestülpt, mit kleinen Schritten in Richtung Buffet. Ihr Plan schien aufzugehen, doch kurz bevor Minou den Tisch erreichte, spürte sie, wie sich eine Pfote auf ihren Hut stellte und sie sanft zu Boden drückte.

 

Hund Kaiser sprach mit gedämpfter Stimme: „Minou, dein Schwanz schaut heraus. Guter Trick, aber es wird nicht schon vorher genascht.“ Minou ergab sich und versprach, wie alle anderen zu warten. Kaiser vertraute dem Versprechen jedoch nicht. Er legte sich auf den Fußboden und ließ seine Pfote auf dem Strohhut ruhen, sodass Minou nicht hervorschlüpfen konnte.

So musste sie gefühlte zwei Stunden ausharren (in Wirklichkeit waren es nur zwei Minuten). Gedämpft hörte Minou unter dem Strohhut, wie Schlange Cassy das Buffet eröffnete. Im selben Moment sprang endlich Hund Kaiser auf. Alle Tiere begannen, gemeinsam zu futtern, begleitet von einem fröhlichen Wiehern, Bellen, Zischen und Miauen.

 

Unglaublich, wie sauber der Tisch anschließend wieder war. Blitzblank geleckt war er. Auch unter dem Tisch war kein Krümelchen mehr zu finden. Auf einmal rief Hengst Boris aufgeregt: „Achtung, die Menschen kommen zurück!“ In Sekundenschnelle schlängelte sich Schlange Cassy in ihr Terrarium und Gecko Leia sprang in das ihre. Die Gäste entwischten wie der Blitz durch die Hintertür und liefen nach Haus.

 

Schon wenige Minuten später begab sich Hengst Boris in seinen gemütlichen Stall, Hund Kaiser streckte sich auf seinem Hundekissen aus, die Kater Pfaff und Wichtel rollten sich in ihrem Sessel zusammen und Minou schnurrte zufrieden auf ihrer Decke, als ich das Schlafzimmer betrat. - - - ENDE